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Peppol einfach erklärt: ID, Access Point, BIS

Rund um die E-Rechnung taucht ständig ein Begriff auf: Peppol. Was sich dahinter verbirgt, klingt technischer, als es ist. Wir erklären in einfachen Worten, was Peppol wirklich ist – ein Transportnetz, kein Dateiformat – und was Peppol-ID, Access Point und Peppol BIS bedeuten.

MB

Kurz gesagt

Peppol ist ein europäisches Transportnetz für elektronische Dokumente – der Kanal, über den eine E-Rechnung verschickt wird, nicht das Format der Rechnung selbst. Jeder Teilnehmer hat eine Peppol-ID als Adresse und verbindet sich über einen Access Point mit dem Netz. Der Inhalt folgt der Spezifikation Peppol BIS, die wie XRechnung und ZUGFeRD auf der Norm EN 16931 aufbaut. Format und Transportweg sind also zwei getrennte Dinge.

Erst einmal: Was ist Peppol überhaupt?

Wer sich mit der E-Rechnung beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff Peppol – und genauso schnell auf die Frage, ob das jetzt ein neues Format ist, das man neben XRechnung und ZUGFeRD auch noch kennen muss. Die kurze Antwort: nein.

Peppol ist ein Transportnetz. Man kann es sich wie ein Postnetz für digitale Geschäftsdokumente vorstellen: Es sorgt dafür, dass eine Rechnung sicher und standardisiert von einem Unternehmen zum anderen gelangt. Was in dem „Umschlag“ steckt – also das eigentliche Rechnungsformat – ist eine andere Frage.

Warum überhaupt ein eigenes Netz?

Im Alltag verschicken viele Rechnungen heute noch per E-Mail. Das funktioniert, ist aber weder standardisiert noch zuverlässig nachvollziehbar. Peppol löst ein Problem, das mit wachsender Zahl an Geschäftspartnern entsteht: Statt mit jedem Partner eine eigene Verbindung oder Vereinbarung aufzusetzen, hängt sich jeder Teilnehmer einmal an das Netz und erreicht darüber alle anderen.

Das erinnert ans Telefonnetz: Sie brauchen keinen direkten Draht zu jedem Gesprächspartner. Sie haben einen Anschluss und eine Nummer – den Rest erledigt das Netz.

Die drei Begriffe, die immer wieder auftauchen

Peppol-ID

Die eindeutige Adresse eines Teilnehmers im Netz – vergleichbar mit einer Telefonnummer. Darüber finden und erreichen andere Sie.

Access Point

Der Zugangspunkt zum Netz – ein zertifizierter Dienstleister, über den Sie senden und empfangen. Oft übernimmt das Ihre Software oder ein Provider.

Peppol BIS

Die inhaltliche Spezifikation für das Dokument. Sie baut auf der europäischen Norm EN 16931 auf – genau wie XRechnung und ZUGFeRD.

Das 4-Ecken-Modell – in einfachen Worten

Hinter Peppol steckt ein einfaches Prinzip, das oft als 4-Ecken-Modell beschrieben wird. Es benennt die vier Beteiligten, über die eine Rechnung läuft:

1

Der Absender

Das Unternehmen, das die Rechnung erstellt und verschickt – in der Regel direkt aus seiner Software heraus.

2

Sein Access Point

Der Zugangspunkt des Absenders, der die Rechnung ins Peppol-Netz einspeist.

3

Der Access Point des Empfängers

Der Zugangspunkt auf der Gegenseite, der die Rechnung aus dem Netz entgegennimmt.

4

Der Empfänger

Das Unternehmen, das die Rechnung erhält – auffindbar über seine Peppol-ID.

Der Charme dieses Modells: Jede Seite kümmert sich nur um ihren eigenen Access Point. Absender und Empfänger müssen sich nicht direkt verbinden und auch nicht denselben Anbieter nutzen. Das Netz dazwischen sorgt dafür, dass die Ecken 2 und 3 sich verstehen.

Eine einzige Verbindung zum eigenen Access Point reicht, um alle anderen Teilnehmer im Netz zu erreichen. Genau das macht Peppol skalierbar – man pflegt nicht mehr unzählige Einzelverbindungen zu Geschäftspartnern.

Peppol BIS vs. die Formate XRechnung und ZUGFeRD

An dieser Stelle lösen sich viele Missverständnisse auf. Zur Erinnerung: Eine E-Rechnung ist eine Rechnung im strukturierten elektronischen Format nach der Norm EN 16931. Ein einfaches PDF ist keine E-Rechnung in diesem Sinne. In Deutschland sind dabei zwei Formate geläufig:

XRechnung

Ein rein strukturiertes XML-Format. Maschinenlesbar, ohne sichtbares Layout – der Inhalt steht in klar definierten Datenfeldern.

ZUGFeRD

Ein Hybridformat: ein PDF mit eingebettetem XML. Menschen sehen ein gewohntes PDF, Maschinen lesen die strukturierten Daten darin.

Peppol BIS spielt auf einer anderen Ebene. Es ist die Spezifikation, die festlegt, wie ein Dokument für den Versand über das Peppol-Netz aufgebaut sein muss. Auch Peppol BIS baut auf EN 16931 auf – es ist also kein konkurrierendes Format, sondern beschreibt, in welcher Form ein EN-16931-konformes Dokument durch das Netz reist.

Format und Transportweg: Das Format (XRechnung, ZUGFeRD) beschreibt, was in der Rechnung steht, der Transportweg (z.B. Peppol), wie sie zum Empfänger gelangt. Beides lässt sich unabhängig voneinander betrachten.

Welche Rolle spielt Peppol in Deutschland und Österreich?

In Deutschland ist der Empfang von E-Rechnungen im strukturierten Format seit dem 1. Januar 2025 für alle Unternehmen verpflichtend – auch für Kleinunternehmer. Beim Ausstellen greift die Pflicht gestaffelt: ab dem 1. Januar 2027 für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz, ab dem 1. Januar 2028 dann für alle im inländischen B2B-Geschäft.

Peppol ist einer der etablierten Wege, um diese Rechnungen auszutauschen, und im Austausch mit der öffentlichen Verwaltung bereits verbreitet. In Österreich nutzt der Bund für Rechnungen an die Verwaltung ebenfalls Peppol. Ob im konkreten Fall Peppol, eine E-Mail mit angehängtem strukturierten Format oder ein anderer Kanal genutzt wird, hängt vom Geschäftspartner und der eingesetzten Software ab.

Kurz gesagt

Peppol ist kein weiteres Format neben XRechnung und ZUGFeRD, sondern das Netz, über das E-Rechnungen reisen. Die Peppol-ID ist die Adresse, der Access Point der Zugang, und das 4-Ecken-Modell beschreibt, wie eine Rechnung über zwei Zugangspunkte ihren Weg findet.

Hält man Format und Transportweg auseinander, fügt sich das Bild zusammen: XRechnung und ZUGFeRD sagen, was in der Rechnung steht; Peppol BIS und das Netz dahinter kümmern sich darum, wie sie ankommt – alles gemeinsam auf dem Fundament von EN 16931.

Bei Orcha: Der Kreditoren-Agent nimmt eingehende E-Rechnungen entgegen – ob als XRechnung, ZUGFeRD oder über Peppol – und verarbeitet die strukturierten Daten direkt weiter, ohne dass jemand sie von Hand abtippen muss.

Häufige Fragen

Ist Peppol ein Dateiformat wie XRechnung oder ZUGFeRD?

Nein. Peppol ist ein Transportnetz für den Austausch elektronischer Dokumente – also der Kanal, über den eine Rechnung von A nach B läuft, nicht das Format der Rechnung selbst. XRechnung (strukturiertes XML) und ZUGFeRD (PDF mit eingebettetem XML) sind die Dateiformate. Beide bauen auf der europäischen Norm EN 16931 auf. Peppol nutzt für den Inhalt die Spezifikation Peppol BIS, die ebenfalls auf EN 16931 aufsetzt. Format und Transportweg sind zwei getrennte Dinge.

Was ist eine Peppol-ID und ein Access Point?

Eine Peppol-ID ist die eindeutige Adresse eines Teilnehmers im Peppol-Netz – vergleichbar mit einer Telefonnummer, über die andere Sie im Netz finden und erreichen. Ein Access Point ist der Zugangspunkt zum Netz: ein zertifizierter Dienstleister, über den Sie Dokumente senden und empfangen. Sie verbinden sich also über einen Access Point mit Peppol und sind dort über Ihre Peppol-ID auffindbar. In der Praxis übernimmt diese Rolle meist die eingesetzte Software oder ein Provider.

Wie funktioniert das 4-Ecken-Modell bei Peppol?

Das 4-Ecken-Modell beschreibt vier Beteiligte: der Absender (Ecke 1), sein Access Point (Ecke 2), der Access Point des Empfängers (Ecke 3) und der Empfänger selbst (Ecke 4). Die Rechnung läuft vom Absender über seinen Access Point ins Peppol-Netz, dort zum Access Point des Empfängers und schließlich zu diesem. Der Vorteil: Jede Seite verbindet sich nur einmal mit ihrem eigenen Access Point und erreicht darüber alle anderen Teilnehmer – ohne für jeden Geschäftspartner eine separate Verbindung einzurichten.

Spielt Peppol in Deutschland und Österreich eine Rolle?

Ja. In Deutschland ist die E-Rechnung im strukturierten Format seit dem 1. Januar 2025 für alle empfangspflichtig, und ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz im inländischen B2B-Geschäft solche Rechnungen ausstellen, ab dem 1. Januar 2028 dann alle. Peppol ist einer der etablierten Wege, um diese Rechnungen auszutauschen, und im öffentlichen Bereich bereits verbreitet. In Österreich nutzt der Bund für Rechnungen an die öffentliche Verwaltung ebenfalls Peppol. Welcher Transportweg konkret genutzt wird, hängt vom Geschäftspartner und der eingesetzten Software ab.

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